Man kann nicht immer nur arbeiten, und ich wollte auch mal etwas Abwechslung von Oberösterreich. Darum habe ich heute einen kleinen Sonntagsausflug nach Südböhmen gemacht. Genauer gesagt in die Stadt Budweis. Nicht wegen des Bieres. Denn davon konnte ich leider nicht kosten. In Tschechien gilt Null-Promille. Da wollte ich das Glück nicht herausfordern.
Als ich früh aufgestanden bin war das Wetter noch sehr schön. Die Sonne schien, und es sa nach einem wirklich schönen ersten Frühlingstag aus. Leider hat es sich dann doch nicht ganz so gehalten. Wenigstens hat es nicht geregnet. Aber etwas mehr Sonne hätte ich mir schon gewünscht. Denn wenn man so durch Tschechien fährt, kann man schon den Blues bekommen. Mal abgesehen von einen wenigen Altstadtbereichen (z.B. in Budweis) sieht alles eher trist und deprimierend aus. Überall sieht man Verfall und auch Armut. Das steht dann im krassen Gegensatz zu den Einkaufspalästen von TESCO und Co. auf der grünen Wiese, bzw. in dahinsiechenden Plattenbausiedlungen. Diese Shoppingtempel und die davor aufgereiten teuren Automobile mögen ja von einem gewissen Wohlstand zeugen. Doch dieser geht offensichtlich an der Mehrheit der Tschechen vorbei.
Wenn dann noch dieses Wetter dazukommt, dann kann man schon trübe Gedanken bekommen. Doch lassen wir das. Denn die Altstadt von Budweis ist wirklich sehenwert. Schöne alte Gebäude, die (jedenfalls zur Strassenfront hin) liebevoll restauriert sind. Überhaupt ist die ganze Innenstadt in einem sehr ansehnlichen Zustand. Alles ist sauber und ordentlich. Gegen die Schmierereien an teilweise schön renovierten Fassaden kann man hier wie woanders auch nicht viel tun. Ich verwende bewusst nicht das Wort Graffitti. Denn damit haben diese Hinterlassenschaften wirklich nichts zu tun.
Ich habe mir die Altsstadt erlaufen. Dabei sind dann auch einige Fotos entstanden. Auf Grund der Jahreszeit und des Wetters aber eher wenige. Diese habe ich dann auf Panoramio eingestellt. Da es nun einmal Sonntag war war in der Innenstadt auch nicht viel los. Einige wenige Touristen und ein paar herumlungernde tschechische Jugendliche. Trotzdem hat es sich gelohnt.
Auf diesem Foto ist das Rathaus von Budweis zu sehen. Als ich um 13:00 Uhr davorgestanden habe hat das Glockenspiel, zu spielen angefangen. Zuerst wohl die tschechische Nationalhymne. Danach dann “Freude schöner Götterfunken” von Beethoven. Auch war es teilweise mit tschechischen Flaggen und der Europaflahne geflaggt. So ganz “unstolz” sind die Tschechen wohl doch nicht über ihre derzeitige EU-Rats-Präsidentschaft.
Auf der Rückfahrt bin ich dann noch in Kaplice etwas essen gegangen. Dort wo ich immer hin gehe. Eine noch ursprüngliche Gastwirtschaft im Stadtzentrum. So wie ich diese Gaststätten in Erinnerung habe. Ein Kellergewölbe mit großen vom Bier durchtränkten, schweren Holztischen. Nette einheimische Gäste und Kellnerinnen, die Essen und Bier an den Mann bringen wollen, und nicht anderweitige “Dienstleistungen”. Selbstverständlich Knödel mit Gulasch und nichts amerikanisches. Schade, dass ich fahren mußte. So mußte ich leider auf ein frisch gezapftes tschechisches Bier verzichten.


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