Dann herrscht in Afghanistan Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt dann dort nur noch glückliche Menschen, Demokratie und Frauenrechte. Das haben jedenfalls die GRÜNEN, auf ihrem Parteitag, herausgefunden. Auch wie man dieses Wi-wa-Wunder erreicht weiß die deutsche Scheinheiligenpartei ganz genau. Sie führt einfach, etwas links von der Mitte, noch ein bisschen Krieg.
Selbstverständlich braucht sie dafür auch deutsche Soldaten. Denn schließlich wollen auch die GRÜNEN einmal reale Politik machen. Also färbt man sich einfach etwas mehr in Richtung olivgrün. Mit dem passgerechten Umfärben, für die bundesdeutsche Wirklichkeit, haben die GRÜNEN ja schon Erfahrung. Da legt man auch schon einmal das kleine Schwarze an, damit es für ein Kohlekraftwerk reicht. Und was uns da als cooles Rasta-Farbenspiel vorgegaukelt werden soll, ist eigentlich das Flecktarn feigen Bürgerlichkeit. Da fühlen sich die Anhänger der GRÜNEN eben dann doch noch am wohlsten. Diese Memmen brauchen einen Trittin und eine Künast, weil der Mut nicht zum Westerwelle reicht. Das sind anscheinend die Spätwirkungen des Formaldehyd aus dem Billy-Regal. Da hätte der alte schwedische Nazikollaborateur in deutschen Studentenbuden dann ganze Arbeit geleistet. So wurde manch gute Idee der langfristigen Zersetzung anheimgestellt. Gut, es könnte auch einfach nur der wachsende Wohlstand gewesen sein, den die Karriere nach der Kommune brachte. Schließlich ist eine Überzeugung immer nur so viel Wert, wie das wofür man sie aufgibt. So konnten wir nun also, in Rostock, den endgültigen Werteverfall ehemaliger Friedensaktivisten erleben. Mal sehen wann uns diese Truppe, aus lauter Bewusstsein für die “Verantwortung”, eine atomare Energiezukunft beschließt. Denn überraschend wäre nicht die Tatsache, sondern lediglich noch der Zeitpunkt. Aber vielleicht passiert es ja auch 2013. Dann erleben wir gleich zwei grüne Wunder auf einmal.
Der Wein war dann leider der Geschichte dieser Partei entsprechend. Als ich vor acht Jahren das erste Mal mit den Weinen von Maria Kerschbaum in Berührung kam, da waren sie noch eine interessante Entdeckung. Ambitioniert und ohne Allüren. Sie gehörten nicht zum Establishment doch sie konnten sich mit ihm messen. Der 2008er blaufränkisch hochäcker war dann leider seichter Durchschnitt. Da mag die konsequente Kleinschreibung auf dem Etikett zwar feministisch korrekt sein. Der Anspruch an den Inhalt scheint wohl aber dahin.


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