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Wenn ich diese Welt schon betrachten muss, dann möchte ich auch etwas dazu anmerken.

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Der erste Mai

April 24th, 2011 · 1 Kommentar

Die Frühlingssonne brannte mit einer ungewohnten Stärke auf den kleinen Balkon herab. Er hatte sich mit entblößten Oberkörper auf dem Korbstuhl niedergelassen. Damit er etwas Farbe bekommt sagte er sich. Es heißt immer man solle etwas Farbe bekommen. Ein leichter Wind wehte ihm das Rauschen der Pappeln und entfernte Gesprächsfetzen zu. Doch erfühlte nur eine wohltuende Stille.

Er versuchte zu lesen. Doch die Sonne wollte nicht, dass er sich in fremde Gedanken flüchtete. Unbarmherzig reflektierte das Papier ihr hartes Licht. Die Buchstaben begannen zu verschwimmen, und seine Augen zu schmerzen. Es geht nicht, dachte er und legte das kleine Buch zur Seite.

So hatte die Sonne ihn mit ihrer manchmal eigenen Art von Unbarmherzigkeit ihn gezwungen zurückzukehren. Sie hatte nun seine Flucht verhindert. Mit ihren überhellen Strahlen hatte ihn zurückgedrängt, in die Schatten seiner eigenen Gedanken. In diese kalten, ihn festhaltende Höhle. Während ihm die Sonne noch die Brust wärmte, ja fast verbrannte, spürte er im Rücken schon die Kälte, in die er unweigerlich hinein gedrückt wurde. Und je mehr er rückwärts zu gehen schien, um so mehr verstummte das Rauschen der Pappeln und auch der Gesang der Vögel schien sich zu entfernen.

Wie aus dem Nichts kamen neue Geräusche an sein Ort. Er hatte sie vorher nicht gehört. Waren sie vorher nicht da, oder waren sie nur hier im Schatten vernehmbar? Das Klappen der Fenster und Autotüren, der Krach der fernen Straße und die eigentlich belanglosen Gespräche der grauen alten Leute vom Balkon nebenan.

Wie sie reden, sagte er zu sich. Jetzt fristen sie schon den größten Teil ihres tristen Daseins hier am Rande von Berlin. Doch noch immer reden sie sächsisch. Aber es ist nicht dieses freundliche, etwas hilflos nett klingende Sächsisch wie man eben aus Sachsen kennt. Es ist das Sächsisch der Nomenklatur dieses untergegangen Staates. Eine eigene Sprache gewachsen in einem widerwärtigen kleinbürgerlichen Untertanengeist. Eine Kasernensprache die jeden Bezug zu ihrer ursprünglichen Freundlichkeit verloren hat, und die nur noch böse und schmutzig klingt.

Obwohl sie ihre Worte in eben dieser schlechten Sprache wechselten, schnitten sie sich tief in sein Gehirn. Hier im Schatten der eigenen Gedanken hatten seine Ohren ihre Wiederstandkraft verloren. Es gelang ihnen nicht mehr ihn zu beschützen. Nun schwand auch noch die Wärme auf seiner Brust. Die Sonne ließ ihn zurück in diesem dunklem und kalten Gefühl. Er fühlte wie ihm die Kälte immer tiefer in die Gedanken zog, ja wie sie durch das böse Geschwätz ihm geradezu hinein gedrückt wurde. So konnte er, auch wenn er es wollte, nicht anders. Er musste ihnen zuhören, es in seine Gedanken hineinlassen, es ertragen. Er wusste, dass es ihn aufregen würde. Nicht anregen, auch nicht erregen. Nein es würde ihn nur aufregen und noch dunkler und kälter machen.

Wie sie da redeten, in ihrer furchtbaren Sprache, über ausgerechnet diesen Tag. Diesen doch eigentlichen so wunderschönen Tag. Wie sie ihn wieder zerstörten, diesen doch eigentlich so schönen Tag. Immer hatten sie ihn zerstört. So lange er sich zurück erinnern kann waren sie es die diesen Tag zerstört haben. Jedes Jahr von neuen habe sie mit ihren verlogenen Gehabe und den kleinen roten Nelken, aus billigen Plastik, diesen Tag vernichtet.

Schon damals, als er noch mit dem Enthusiasmus der Jugend dieser großen Idee verfallen war, waren sie ein Graus. Es war erst nur ein Gefühl. Ein Gefühl von Unehrlichkeit das ihn umgab. Trotz all der ganzen aufgetragene Feierlichkeit und des erdrückenden Pathos. Es fühlte sich nicht echt, nicht innerlich an. Später, mit der wachsenden Fähigkeit zu denken und zu fragen, wurde es Gewissheit. Schlimmer noch, ihm wurde klar, dass sie die Idee hassten. Ihnen war nicht einfach die Begeisterung für die Idee und der Schwung für das Neue verloren gegangen. Sie hatten beides nie besessen. Das Einzige was sie antrieb, ja was sie immer angetrieben hatte war ihr erbärmlicher, zu tiefst kleingeistiger Egoismus. Sie gaben vor das große Ganze zu begreifen und zu verfolgen, um sich kleine, ja geradezu jämmerlich Vorteile zu verschaffen. Sie lamentierten von der Zukunft, und machten sich um ihr jämmerliches gegenwärtiges Dasein wegen zu deren Totengräbern. So wuchs mit dem Denken auch seine Abneigung. Er begann es zu hassen, wenn sie über die Idee sprachen. Besonders hasste er es wenn sie es in ihrer bösen und breiten Sprache taten.

Doch er hatte lange nicht aufgegeben. Selbst diesen Tag wollte er verteidigen. Er wollte ihn sich wenigstens selbst diesen Tag erhalten. Auch wenn sie die Idee von ihm wegtrieben, so wollte er ihnen diesen Tag nicht endgültig überlassen. Doch irgendwann ließ die Kraft nach. Er hörte auf zu kämpfen. Er hatte kapituliert vor der Dummheit, dem Kleingeist und dem Egoismus. Er hatte kapituliert, weil sie schon alles, was ihre jämmerliche und engstirnige Geisteswelt überstieg zerstört hatten. Die Idee, diesen Tag und auch ihn. Die Idee hatten sie der Lächerlichkeit preis gegeben, den Tag diffamierten sie durch ihr Festhalten an ihren verlogenen Ritualen und ihn hatten sie sich aufreiben lassen.

Doch plötzlich spürte er etwas Wärme in sich aufkommen. Es war eine blasse Erinnerung an diese Tage, an denen ihm bei den eigenen Gedanken noch nicht fröstelte. Die Erinnerung, dass ihm die eigenen Gedanken in einer kalten Umgebung die einzige Wärme waren. Er dachte an einen dieser Tage. Sie saßen damals im Garten eines Kollegen. Der Tag war so wie dieser Tag sein sollte. Es hatte etwas von den Klischees wie sie es in ihren Geschichten aus den Anfängen der Idee erzählten. Doch es war real und es war dann doch anders. Der kleine Garten lag oben auf dem Berg. Die Männer saßen beieinander mit Grillfleisch und Bier. Sie feierten ihren Tag, den Tag ihrer Klasse. Einer hatte sein Schifferklavier dabei. Es wurde gegessen, getrunken und gelacht. Es wurde gelacht über die dort unten im Tal. Wie sie ihre Transparente mit den verlogenen Parolen schwenkten und in ihrer abscheulichen Sprache ihn und seine Klasse verhöhnten. Damals, so wärmte es ihn jetzt wieder, fühlte er das erste Mal den Stolz, ein Arbeiter zu sein. Irgendwo musste er noch ein kleines zerknittertes Foto. Er beschloss es zu suchen, und sich diesen Tag ihnen nun doch nicht so kampflos zu überlassen.

Die Mittagssonne hatte sich in ihre nachmittagliche Milde zugelegt. All die scheußlichen Geräusche waren wie weggeblasen. Er hörte wieder das Rauschen in den Blättern und den Gesang der Vögel. Die Kälte war weg und er griff nach dem kleinen Buch. Er dachte sich, dass es wohl doch gut ist, wenn man ab und zu in den kalten Keller geht, damit man nicht den letzten Rest der Glut verliert.

Tags: Gedanken |

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Jürgen Schmitz // Mai 2, 2011 at 23:24

    Ich habe mit Genuß den Artikel nun zwei Mal gelesen, eben zwei Mal Genuß…weil ich das mein Leben lang kenne und auch so empfunden habe hier im Schatten von Berlin. Zuerst war es die Schule und die Mitschüler, die auch so zu verstehen waren. Dann waren es später an allen ziemlich wichtigen Stellen des täglichen Lebens die Frauen derer, die sich selbst der militärischen und damit aus ihrer Sicht auch politischen Nomenklatura zuordneten und weil oft ihren Frauen die vermeintlich tollen Jobs für immer saubere Hände über Vitamin B vermittelt wurden, damit diese auch toll am Sozialismus sauber bauen sollten.

    Ein ganz prägendes Erlebnis war dazu meine zweite Reservezeit im Frühjahr 1980 bei LSK/LV als ich nicht ganz so “funktionierte” wie ich wohl sollte - “Ich sooch Sie gleich wos, Du”! Na, toll und das mit nackenstarrer Drohgebärde!
    Und diese Erscheinungen leben fort, unsere hiesige Kommunalpolitik “am Rande von Berlin” ist noch immer im hohen Maß von dieser “Kommandosprache” geprägt.

    Aber es ist inzwischen mitunter schon fast peinlich weil man trotzdem versteht, dass in den vielen Jahren absolut keine intellektuelle Besserung eingetreten ist - im Gegenteil…
    Es wird so sein wie es uns allen geht, die biologische Uhr bestimmt nach und nach regelnd wirkend. Sind wir aber mit “Icke, det und kicke mal” besser dran? Ich ertappe mich selbst oft genug!

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