Ja gut, beides ist nichts Neues und eigentlich der jeweilige Normalzustand von den Experten als auch von Spiegel-Online.
Und es sollte mich also auch nicht verwundern, dass es bei der Berichterstattung über das Unglück der "Costa Concordia" anders wäre. Auch unterscheidet sich da die Redaktion von Spiegel-Online nicht von anderen Online-Redaktionen, wenn sie krampfhaft versucht sich Informationen, aus den eigenen Fingern beziehungsweise aus den Nasen der sogenannten Experten zu saugen. Schließlich wollen auch die geBILDeten Kreise dieses Landes mal etwas zuerst wissen.
Es muss ja in der letzten Zeit auch deprimierend für einen Leser des Spiegel sein. Da glaubt er sich so voll informiert und aufgeklärt. Doch wenn mal wieder wirklich etwas enthüllt wird, dann nicht von den Enthüllungsjournalisten seines Leitmediums. Nein, die dürfen meist nur dort nachstechen, wo der Dieckmann schon einmal drin war. So etwas kann wirklich am Selbstverständnis nagen.
Naja, so versuchen es die Qualitätsschnullis heute eben mal bei dem gekenterten Traumschiff vor malerischer Inselkulisse. Getreu dem Motto, dass auch ein blindes Huhn mal ein Korn findet, haben sie Cinthia Briseño auf den Hof zum Picken geschickt. Schließlich muss auch die Wissenschaftsredaktion von Spiegel-Online mal wieder etwas abliefern.
Also hat sich die promovierte Biochemikerin an die Tasten geschwungen, und sich ein Textlein herausgezwungen. Sie beginnt mit etwas Prosa für die Dramatik und die Seele. Man fühlt sich denn auch gleich an einen Film erinnert. Wie hieß der doch noch gleich? Genau, man ahnt was jetzt kommt. Darum bringe ich es auch nicht! Frau Briseño aber schon. So wie alle ihre anderen Kolleginnen und Kollegen auch.
Was dann folgt ist ein Herumstochern im Nebel. Man glaubt zu ahnen, warum sich die Dame von der Biochemie dann doch eher dem Journalismus beim Spiegel zugewandt hat. Was soll es, auch sie muss von irgendetwas leben.
Da aber die üblichen Experten für ihr unqualifiziertes Herumgeunke auch noch Honrar haben wollen, und dieses im Budget der Wissenschaftsredaktion nicht mehr drin ist, bleibt ihr nur die Recherche im Netz. Dort gibt es glücklicherweise ja die "Huffington Post". Die fischt zwar auch nur dumm im Trüben Wasser herum. Dafür haben sie dort aber einen Schiffahrtsexperten mit toll klingenden Namen. Der noch dazu Redakteur bei IHS-Fairplay, einem Großunternehmen des Expertismus ist. Sozusagen einem großen Expertenhaufen. Der und die von der "Huffington Post" werden es ja schon irgendwie wissen. Wenn nicht ist auch egal. Wenigstens sieht die Nachricht so etwas intelligenter aus. Und genau darauf kommt es schließlich an.
Ich mache das ja auch so. Beispielsweise mit dem Bild zu diesem Beitrag. Hat mich nichts gekostet, hebt sich von dem Bildmaterial der Anderen ab und trägt nichts Neues zur Sache bei. Der Rest ist zusammengegoogelt. Ist das nicht genial? Man könnte meinen ich war wie Cinthia Briseño zur Qualifizierung der Bertelsmann-Stiftung. Doch bei mir hat es nur einmal für eine Mitgliedschaft im Buchclub gereicht.



1 Antwort bis jetzt ↓
1 willi // Jan 21, 2012 at 14:52
Man kann das nur noch als Realsatire nehmen:
“Wir unterbrechen unser Programm für eine Sondermeldung. Es hat sich was ereignet! Was eigentlich weiß niemand und wie es dazu kam auch nicht. Deshalb schalten wir jetzt live zu unserem Reporter Harry Bin-vor-Ort-und- weiß-auch nichts.”
“Ja ich weiß auch nichts und auch die Leute vor Ort haben keine Ahnung. Wir stehe hier wie alle anderen auch an der Absperrung und sehe nichts. Soweit von hier und damit gebe ich zurück ins Studio.”
“Ja meine Damen und Herren. Soviel für den Moment zum unbekannten Ereignis. Wir halten sie auf dem Laufenden und melden uns wieder sobald wir nichts Neues erfahren haben.
Nun zurück zum Programm.”
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